über uns
Über das Label
Die jazzwerkstatt ist ein Berliner Musiklabel für zeitgenössischen Jazz und improvisierte Musik.
Seit seiner Gründung im Jahr 2007 steht das Label für eine kompromisslose künstlerische Haltung jenseits des Mainstreams, für hohe gestalterische Qualität sowie für die nachhaltige Dokumentation von Jazz – insbesondere von Protagonisten aus der ehemaligen DDR. Mit inzwischen rund 250 CD-Veröffentlichungen, mehreren LPs, DVDs und Buchproduktionen hat sich die jazzwerkstatt international als feste Größe in der freien Musikszene etabliert.
Wie alles begann
Zu den frühen Veröffentlichungen zählen Produktionen mit Peter Brötzmann, Ernst-Ludwig Petrowsky, Joe Sachse, Uwe Kropinski, Ulrich Gumpert und Friedhelm Schönfeld. Zugleich förderte das Label konsequent die junge, aufstrebende Berliner Jazzszene mit Musiker:innen wie Silke Eberhard, Christian Lillinger, Jan Roder, Johannes Fink, Peter Ehwald, Oli Steidle und vielen weiteren. Auch internationale Größen des Jazz – darunter Ornette Coleman, David Murray, Lee Konitz und David Liebman – prägen den Katalog und trugen zu den großen internationalen Erfolgen des Labels bei.
Motivation und Selbstverständnis
Die jazzwerkstatt entstand aus dem Anspruch, freie, unabhängige Musik sichtbar zu machen und ihr einen hochwertigen publizistischen Rahmen zu geben. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Markt, sondern die künstlerische Notwendigkeit und die nachhaltige Förderung von Musiker:innen.
Um der Jazzszene kontinuierlich eine Plattform zu bieten, organisierte die jazzwerkstatt in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 1.000 Konzerte – vorwiegend in Berlin, unter anderem im Kammermusiksaal, im Kino Babylon, im Radialsystem, in der Kulturbrauerei und im Institut Français / Maison de France am Kurfürstendamm. Darüber hinaus war das Label auch in Cottbus, Gera, Schwerin und Potsdam präsent sowie in der Elbphilharmonie Hamburg.
Internationale Akzente setzten zudem die jazzwerkstatt-Festivals in Brooklyn, New York (2010 und 2022) sowie 2017 im Vortex in London.
Auszeichnungen und Anerkennungen
Die Produktionen der jazzwerkstatt wurden vielfach national und international ausgezeichnet. Dazu zählen unter anderem mehrfache Auszeichnungen mit dem „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“, Ehrungen als „Best New Releases of the Year“ durch den New York City Jazz Record sowie Auszeichnungen mit dem German Design Award für die gestalterische Qualität der Veröffentlichungen und Nominierungen für den JJA Jazz Award in der Kategorie „Best Original Album Artwork“.
Diese Preise würdigen sowohl die musikalische Exzellenz als auch den hohen grafischen und editorischen Anspruch des Labels und unterstreichen die besondere Stellung der jazzwerkstatt an der Schnittstelle von Musik und Design.
Gründer: Ulli Blobel
Ulli Blobel, Gründer und künstlerischer Leiter der jazzwerkstatt, ist seit Jahrzehnten eine prägende Figur der Berliner Jazz- und Improvisationsszene. Als Produzent und Veranstalter verbindet er künstlerische Vision mit organisatorischer Konsequenz.
Bereits 1973 gründete er gemeinsam mit seinem Freund Peter „Jimi“ Metag die jazzwerkstatt Peitz. Das Festival nahe Cottbus entwickelte sich über Jahre hinweg zu einem einzigartigen Treffpunkt frei improvisierender Musiker:innen und eines treuen, offenen Publikums. Inmitten der DDR wurde die Festwiese zu einem Ort der Utopie – die freien Klänge waren im weitesten Sinne ein politisches Statement, für die Spielenden wie für die Zuhörenden. Nicht das Verbot 1982 war das erstaunliche, sondern wie lange es gut ging.
Den Geist der Freiheit und die internationale Ausstrahlung bewahrte das Festival auch nach seiner Wiederbelebung 2011 bis heute. 50 Jahre nach der Gründung, im Jahr 2024, übergab Ulli Blobel schließlich den Staffelstab an seine Tochter Marie Blobel – und sicherte damit die Zukunft des Festivals.
v. l. n. r. Marie Blobel, Ulli Blobel
